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Die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands

Deutschland ist weiterhin der weltweit größte Technologieexporteur - noch vor den USA und Japan. Deutsche Industrieunternehmen sind die innovativsten im EU-Vergleich. Investitionen in innovative Verfahren erweisen sich als eine der Grundlagen für den gegenwärtigen Aufschwung. Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands zeigt erste Erfolge einer Innovationspolitik. Er macht zugleich deutlich, dass weitere Investitionen in die Forschung notwendig sind und die Ergebnisse des Bildungssystems verbessert werden müssen.

Die technologische Leistungsfähigkeit als Umsetzung von Forschungsergebnissen in Produkte und Dienstleistungen ist ein wichtiger Maßstab der wirtschaftlichen Potentiale Deutschlands. Entsprechend eines Beschlusses des Deutschen Bundestages von 1998 beauftragte das BMBF führende wissenschaftliche Forschungsinstitute mit Untersuchungen zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich. Kontinuierlich wurden dazu Daten erhoben und Studien erarbeitet. Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2007 war jedoch der letzte Bericht in der gewohnten Form.

Um den Veränderungen in Forschung, Innovationskultur und Wirtschaft gerecht zu werden, beschloss der Deutsche Bundestag am 22. Juni 2006 weit reichende Änderungen am Berichtswesen zu Forschung und Technologie. Dem Beschluss entsprechend berät nun eine international besetzte, unabhängige Expertenkommission "Forschung und Innovation" die Bundesregierung zu Fragen der Forschungs-, Innovations- und Technologiepolitik und legt von 2008 an alle zwei Jahre ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Die Bundesregierung wiederum wird dem Deutschen Bundestag ebenfalls alle zwei Jahre einen "Bundesbericht Forschung und Innovation" vorlegen, der umfassend über die Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik der Bundesregierung, der Länder und der EU informiert. Dieser Bundesbericht Forschung und Innovation wird angemessen Bezug auf das Gutachten der Expertenkommission nehmen und löst den bisherigen Bundesbericht Forschung ab.

Studien

Die "Studien zum deutschen Innovationssystem" wurden vom BMBF bis Ende 2007 zeitnah und unabhängig vom Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit veröffentlicht. Die letzten der herausgegebenen Studien sind [hier] und in der Rubrik Dokumente zusammengestellt. Die jährlichen Berichte sind im Archiv Technologische Leistungsfähigkeit verfügbar.  Einen Gesamtüberblick über alle Studien zum deutschen Innovationssystem und Berichte zur technologischen Leistungsfähigkeit finden Sie [hier].

Ab 2008 werden die Studien von der Expertenkommission "Forschung und Innovation" (EFI) herausgegeben. Die ihren Gutachten zu Grunde liegenden Studien zum Innovationssystem wird die Expertenkommission auf ihren Internetseiten zur Verfügung stellen.

Bericht 2007

Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit 2007 zeigte, dass sich in den letzten Jahren positive Signale entwickelt haben, zugleich aber auch noch wesentliche Anstrengungen zu unternehmen sind:

  • Deutschland ist Exportweltmeister und exportierte im Jahr 2005 428,3 Mrd. € an forschungsintensiven Industriewaren - mehr als die USA und Japan. Einen wesentlichen Anteil daran hat der Export von Technologiegütern, die gerade von Aufholländern nachgefragt werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen großen Industrieländern konnte die deutsche Wirtschaft ihre Position in den vergangenen zehn Jahren auf den Weltmärkten für Technologiegüter nicht nur halten; außer China konnte nur Deutschland seinen Anteil am Export leicht steigern. Der Bericht zur Technologischen Leistungsfähigkeit hebt dafür zentrale Indikatoren hervor:
    • Bei den weltmarktrelevanten Patenten liegt Deutschland mit 288 Patentanmeldungen je Million Erwerbstätige im internationalen Vergleich an sechster Stelle, noch vor den USA (245) und deutlich über dem OECD-Durchschnitt (173).
    • In der Industrie zählten 65 Prozent der deutschen Unternehmen zu den Innovatoren, und damit deutlich mehr als in jedem anderen der EU-15-Länder. In den Dienstleistungsbranchen bedeutet die Innovatorenquote von 48 Prozent den zweithöchsten Wert hinter Luxemburg (2004).
  • Die Umwelttechnik ist ein Beispiel für die Durchsetzungskraft der deutschen Wirtschaft auf internationalen Märkten. Bei regenerativen Energien wurde eine Stärkung der deutschen Patentposition beobachtet, nach wie vor ist Deutschland in den Umweltschutzbereichen Luft und Lärm überdurchschnittlich gut positioniert. Dies sind ausgezeichnete Voraussetzungen, um neue Leitmärkte in der Umwelttechnik zu entwickeln.

  • Die deutsche Wirtschaft befindet sich derzeit auf einem Expansionskurs. Nicht zuletzt die Prozess- und organisatorischen Innovationen in den Unternehmen in den letzten Jahren haben die Voraussetzungen dafür geschaffen. Damit verfügen die Unternehmen über ein ausgezeichnetes Umfeld, um ihre hoch rentablen Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen auszubauen.
  • Der Bericht zur Technologischen Leistungsfähigkeit bestätigt ebenso wie andere empirische Analysen den im internationalen Vergleich messbaren Zusammenhang zwischen Investitionen in Forschung und Entwicklung einerseits und Produktivität und Wachstum andererseits. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive sind private Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) hoch rentabel. Ihre Bedeutung nimmt zu, je schärfer der Wettbewerb um technologische Spitzenpositionen wird. Das Niveau an FuE in Deutschland ist bereits hoch, dennoch müssen die durch den Aufschwung in Deutschland geschaffenen Voraussetzungen für ein zusätzliches privates Engagement in FuE genutzt werden.
  • Andere Länder holen weiter auf. Der Anteil der asiatischen Aufholländer an der weltweit betriebenen Forschung und Entwicklung hat sich seit Mitte der 90er Jahre verdoppelt. Das zeigt mittlerweile Ergebnisse:
    • Der Anteil der Aufholländer an wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist vor allem durch ingenieur- und naturwissenschaftliche Publikationen von 11 Prozent auf fast 20 Prozent gewachsen;
    • Im gleichen Zeitraum haben sie ihren Anteil an weltmarktrelevanten Patenten von 2,2 Prozent auf 6,6 Prozent verdreifacht. Südkorea meldet heute pro Jahr mehr weltmarktrelevante Patente an als Frankreich.
    • Die asiatischen Schwellenländer weisen im Handel mit Spitzentechnologie-Waren inzwischen sowohl mit Deutschland, der EU-15 als auch mit den USA einen Handelsbilanzüberschuss aus. Grund dafür ist der Export vor allem in niedrigpreislichen Segmenten in diesen Industrien. Niedrige Arbeitskosten und ein hohes Imitationspotential sind dabei die treibenden Faktoren. Der starke Ausbau der FuE-Kapazitäten in China lässt vermuten, dass das Land in Kürze in ausgewählten Bereichen den Sprung von der Imitation und Adaption von neuen Technologien zur innovativen Technologieentwicklung schaffen wird.
  • Der zunehmende Wettbewerb mit den aufholenden Ländern kann von Deutschland nur auf der Innovationsseite gewonnen werden. Erforderlich ist eine stärkere Konzentration auf Wertschöpfungsketten, mit denen Deutschland und Europa auch in Zukunft Leitmarktfunktionen wahrnehmen kann.

  • In den vergangenen Jahren entwickelten sich die Investitionen in Forschung und Entwicklung in den westlichen Industrieländern äußerst uneinheitlich. In nahezu allen entwickelten Ländern haben Unternehmen insgesamt ihre Investitionen in FuE in den letzten Jahren langsamer ausgeweitet als zuvor. Der Staat hat dagegen seine FuE-Ausgaben seit dem Jahr 2000 deutlich stärker ausgeweitet als die Wirtschaft. Deutschland folgt der internationalen Entwicklung mit großer Verzögerung. Erst in den letzten beiden Jahren wurde eine deutliche Erhöhung der Ansätze für FuE in den öffentlichen Haushalten vorgenommen.
  •  Nahezu alle wichtigen Industriestaaten haben sich durch einen Ausbau hochqualifizierter Beschäftigung seit Beginn der 90er Jahre mehr Wohlstand erarbeitet als Deutschland. Deutschland braucht deshalb eine Qualifizierungsoffensive. Bereits jetzt stehen in einigen Branchen nicht mehr genügend Fachkräfte mit Hochschulabschluss zur Verfügung. Im Rahmen einer Projektion errechnet der Bericht zur Technologischen Leistungsfähigkeit bis zum Jahr 2014 selbst bei konservativen Annahmen einen jährlichen Fehlbedarf an Ingenieuren und anderen Akademikern von 41.000 bis 62.000. Der Bericht spricht sich dafür aus, alle Möglichkeiten zu nutzen, um kurzfristig den deutschen Unternehmen eine verstärkte Rekrutierung dringend benötigter Fachkräfte auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, mittelfristig die Abbrecherquoten an den Hochschulen zu senken und langfristig den Anteil der Studienberechtigten zu erhöhen. Zudem ist die Beteiligung von Frauen in Wissenschaft, Forschung und Technik ist in Deutschland geringer als im europäischen Vergleich. Würde es gelingen, das Interesse von Frauen an den ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen nur um wenige Prozentpunkte zu steigern, so ließe sich eine erhebliche Zahl an Studierenden in diesen Fachrichtungen mobilisieren.
  • Die Hightech-Strategie der Bundesregierung stellt für die Gutachter ein zentrales neues Element zur Förderung der technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands und damit auch der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dar. Es wird nunmehr darauf ankommen, den Anspruch der Hightech-Strategie, insbesondere bei der Gestaltung innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen im Steuersystem, einzulösen. Außerdem ist sicherzustellen, dass ein Wachstum des FuE-Budgets des Bundes nicht durch Sparmaßnahmen der Länder konterkariert wird.

Maßnahmen der Bundesregierung

  • Die Bundesregierung sieht sich durch den Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit in ihrer Haltung bestätigt, dass die Stärkung von Forschung, Entwicklung und Innovation ein zentrales Anliegen der Politik sein muss. Wie der Bericht zeigt, gibt es gute Gründe, mehr in FuE zu investieren. Mit dem 6 Mrd. € Programm und der Hightech-Strategie sind wir dazu auf einem guten Weg. In den aktuellen Diskussionen mit der Industrie, z. B. im Rahmen der Forschungsunion, werden strategische Partnerschaften für konkrete, gemeinsame Investitionen in wichtigen Innovationsfeldern verabredet. Dies sind ermutigende Signale. Die Bundesregierung hält am 3%-Ziel fest und leistet dazu ihren Beitrag.
  • Deutschland hat von der Globalisierung und der wirtschaftlichen Entwicklung in den Aufholländern erheblich profitiert. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, sich im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung entlang eigener Stärken zu spezialisieren. Auch deshalb hat die Bundesregierung mit der Hightech-Strategie ihre Anstrengungen in 17 Innovationsfeldern fokussiert und sich die weitere Internationalisierung des deutschen Forschungssystems zum Ziel gesetzt.
  • Die Optimierung der Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist ein zentraler Ansatzpunkt der Hightech-Strategie. Die Bundesregierung wird deshalb prüfen, wie die Verwertung insbesondere von Hochschulerfindungen verbessert werden kann.
  • Die Bundesregierung untersucht die Möglichkeit einer eigenständigen steuerlichen Förderung von FuE in Deutschland. Zudem soll zum 1. Januar 2008 ein Wagniskapitalbeteiligungsgesetz in Kraft treten, das steuerlich geförderte Finanzierungen vorsieht, die vor allem auch jungen, technologieorientierten Unternehmen zugute kommen.
  • Die Bundesregierung wird die Technologie offenen Programme zur Förderung von FuE in innovativen mittelständischen Unternehmen neu strukturieren und nutzerfreundlicher gestalten.
  • Die Bundesregierung plant darüber hinaus, bis Herbst dieses Jahres ein Konzept für eine ressort- und politikfeldübergreifende Qualifizierungsinitiative zu erarbeiten, um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken. Soweit die durch den demographischen Wandel zu erwartende Verknappung an qualifizierten Arbeitskräften eine weitere Öffnung des Arbeitsmarktes für ausländische Fachkräfte erforderlich macht, wird dies im Rahmen eines Gesamtkonzeptes geschehen.
  • Hightech-Strategie

    Die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands

    Deutschland ist weiterhin der weltweit größte Technologieexporteur - noch vor den USA und Japan. Deutsche Industrieunternehmen sind die innovativsten im EU-Vergleich. Investitionen in innovative Verfahren erweisen sich als eine der Grundlagen für den gegenwärtigen Aufschwung. Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands zeigt erste Erfolge einer Innovationspolitik. Er macht zugleich deutlich, dass weitere Investitionen in die Forschung notwendig sind und die Ergebnisse des Bildungssystems verbessert werden müssen.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/10267.php)
  • Ministerium

    Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2007

    Aufgabe des jährlichen Berichts zur Technologischen Leistungsfähigkeit ist es, die Position Deutschlands im internationalen Technologiewettbewerb zu beleuchten. Im Zentrum stehen der Vergleich sowohl mit den wichtigsten Wettbewerbern als auch der langfristige Entwicklungspfad. Die technologische Leistungsfähigkeit eines Landes wird von einer Vielzahl von Einzelfaktoren bestimmt. Eine Reduzierung auf einen oder wenige Indikatoren wird der Komplexität der Fragestellung nicht gerecht. Der Bericht fasst wesentliche Entwicklungen eines umfangreichen Spektrums von Indikatoren zusammen und macht auf die sich abzeichnenden Tendenzen aufmerksam.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/10264.php)
  • Ministerium

    Studien zum deutschen Innovationssystem 2007

    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitute mit der Berichterstattung zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands beauftragt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/7640.php)

Dokumente

Publikationen

  • Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit 2007 ID = 862

    Titelbild der Publikation

    2007, 194 Seiten

    Download [PDF - 3,18 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/tlf_2007.pdf)

  • 2007 Report On the Technological Performance of Germany ID = 875

    Titelbild der Publikation

    Summary

    2007, 22 Seiten

    Download [PDF - 862,1 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/tlf_2007_summary.pdf)

  • Zusammenfassender Endbericht 2007 zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands ID = 874

    Titelbild der Publikation

    Kurzfassung

    2007, 22 Seiten

    Download [PDF - 891,4 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/tlf_2007_kurzfassung.pdf)

  • Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2006 ID = 760

    Titelbild der Publikation

    2006, 112 Seiten

    Download [PDF - 1,13 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/tlf_2006.pdf)

  • Technologie und Qualifikation für neue Märkte ID = 589

    Titelbild der Publikation

    Ergänzender Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2003-2004

    2004, 194 Seiten

    Download [PDF - 1,99 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/technologie_und_qualifikation_fuer_neue_maerkte.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)